Hier wird scharf angestoßen.
Der Zapfhahn läuft, das Blech scheppert, der erste Humpen geht hoch, und irgendwo ruft einer Horrido — viel zu laut, viel zu überzeugt und genau in dem Tonfall, bei dem der Wirt kurz prüft, ob noch alles steht.
Humpen-Horrido ist kein sauberer Schützengruß. Es ist der Moment, in dem Brauchtum die Sicherung verliert: Gamsbart, Gewehr, Maßkrug, Festzeltlicht und ein altes Schützenlied, das besser niemand nüchtern hinterfragt.
Ein Motiv für jene Ecke vom Okkultoberfest, in der der Krug nicht gehoben wird, um höflich zu sein, sondern weil der Tisch ein Kommando braucht. Schaum am Rand, Blick nach vorn, und für einen kurzen Augenblick sieht selbst die schlechteste Idee aus wie Tradition.
Hier kippt der Abend von allein.
Ein rostiges Orange zwischen Festzeltlicht, Bierbank, nassem Holz und diesem Punkt, an dem aus Stimmung plötzlich Lärm wird.
Zeltkrawall ist warm, laut und schlecht beaufsichtigt. Die Farbe für Abende, die erst nach Gaudi aussehen, dann nach Brauchtum klingen und am Ende trotzdem so wirken, als hätte irgendwo jemand zu früh „noch eine Runde“ gerufen.